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	<title>Fantasy-Thriller von Nat Colder</title>
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	<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 08:34:58 +0000</pubDate>
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		<title>Rattenblut - Folge 1</title>
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		<comments>http://www.fantasy-thriller.de/rattenblut/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Dec 2006 22:02:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nat Colder</dc:creator>
		
		<category>Fantasy-Romane</category>

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		<description><![CDATA[Rattenblut
von   Nat Colder
-1-
„Wir  sind in einigen Minuten dort“, erklärte der Taxifahrer leicht nach hinten in den Fahrersitz gelehnt.
„Dies ist also der legendäre Monte Verita“, murmelte Horatio Hologo.
Interessiert sah er sich um, als sie in das parkähnliche Gelände einbogen.
„Monte Verita liegt etwa 116m über Ascona, von bestimmten Stellen aus kann man den Lago [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rattenblut</strong></p>
<p>von   Nat Colder</p>
<p align="center" style="text-align: center; line-height: 150%" class="MsoNormal">-1-</p>
<p>„Wir  sind in einigen Minuten dort“, erklärte der Taxifahrer leicht nach hinten in den Fahrersitz gelehnt.</p>
<p>„Dies ist also der legendäre Monte Verita“, murmelte Horatio Hologo.</p>
<p>Interessiert sah er sich um, als sie in das parkähnliche Gelände einbogen.</p>
<p>„Monte Verita liegt etwa 116m über Ascona, von bestimmten Stellen aus kann man den Lago Maggiore sehen.“</p>
<p>„Da muss es gebrannt haben“, unterbrach der Fahrer seinen Versuch als Fremdenführer.</p>
<p>Hologo beugte sich vor. Sie fuhren geradewegs auf ein abgebranntes Haus zu.</p>
<p>„ Ist dies die Adresse, die ich Ihnen angegeben habe?“</p>
<p>„ Sieht danach aus!“</p>
<p>Sie fuhren langsam darauf zu. Zwei Polizeiwagen standen vor dem zerstörten Haus, der</p>
<p>eine war dabei abzufahren.</p>
<p>„ Ja, es ist die Adresse.“</p>
<p>„Halten Sie vor dem Haus, oder was noch übrig ist, und warten Sie auf mich; ich fahre mit Ihnen wieder zurück nach Locarno.“</p>
<p>„ Ich muss aber die Wartezeit auch berechnen.“</p>
<p>„ In Ordnung.“</p>
<p>Als das Taxi anhielt, kamen zwei Männer in Zivil aus der noch leicht qualmenden Ruine.</p>
<p>„ Oh, den einen kenne ich, das ist Commissario Baldoni von der Polizeistation Ascona!“</p>
<p>Hologo stieg aus und ging auf die zwei Polizisten zu.</p>
<p>„ Guten Tag, ich bin Horatio Hologo; ist dies, oder war dies das Haus von Professor Ludowski?“</p>
<p>„ Ja, Baldoni, Commissario Baldoni, das ist mein Assistent Lätti. Sie wollten den Professor besuchen, rein privat oder geschäftlich?“</p>
<p>„Rein privat, wo finde ich ihn?“</p>
<p>Baldoni musterte Hologo so, als versuche er ihn einzuschätzen, Tourist oder kein Tourist.</p>
<p>Wenn kein Tourist, was dann?</p>
<p>„Er ist tot, auch sein Assistent, oder besser gesagt, sein Gehilfe.“</p>
<p>„Was ist passiert?“</p>
<p>„ Ein schrecklicher Unfall. Es ist gestern in den frühen Morgenstunden passiert. Wie man sieht, war das ein altes, meist aus Holz gebautes Haus.</p>
<p>Professor Ludowski hat im oberen Bereich gewohnt, unten hatte er sein Labor. Es war bekannt, dass er sehr misstrauisch war; deshalb schloss er immer alle Türen ab, wenn er im Labor war. Das war sein Verhängnis und natürlich auch das seines Gehilfen. Es brach ein Feuer aus, vielleicht lag es an seinen Experimenten. Da die Türen abgeschlossen waren, sind sie verbrannt. Ein qualvoller Tod, wie Sie sich denken können.“</p>
<p>„ Sie wissen genau, dass es sich um die Leichen des Professors und seines Gehilfen handelt?“</p>
<p>„Natürlich, sie wurden als diese Personen identifiziert, zum Beispiel war der Siegelring des Professors bekannt, viele Leute haben ihn bewundert. Er war noch am kleinen Finger der linken Hand, oder was von der Hand übrig blieb.“</p>
<p>„Haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich hier etwas umsehe?“</p>
<p>„Nein, die Untersuchungen sind abgeschlossen. Aber wieso wollen Sie sich umsehen, es ist doch alles zerstört?</p>
<p>„Da ich den Professor nicht mehr besuchen kann,  wollte ich wenigstens eine Vorstellung haben, wie er gelebt hat.“ Hoffentlich klang es nicht zu dramatisch , dachte Hologo. Er glaubte nicht an Zufälle. Der Professor hatte ihm durch einen Kontaktmann mitteilen lassen, daß er einem unheimlichen Ereignis auf der Spur war. Er müsse ihn dringend sprechen.</p>
<p>„Reisen Sie wieder ab, jetzt da der Professor tot ist?“</p>
<p>„Nicht sofort, ich wollte hier einige Tage Urlaub mit einem Besuch bei Professor Ludowski verbinden.“</p>
<p>„Wissen Sie schon wo Sie wohnen?“</p>
<p>„Nein, aber der Taxifahrer meint, er kenne genügend Hotels.“</p>
<p>Baldoni zögerte, dann ging er mit seinem Assistenten zum Auto. Er drehte sich noch einmal um.</p>
<p>„Gut, Lätti wird Ihnen unsere Telefonnummer und die Adresse der Polizeistation geben. Es wäre hilfreich, wenn Sie uns Ihr Hotel mitteilen würden. Vielleicht haben wir noch einige Fragen. Sie suchen sich doch ein Hotel, oder?“</p>
<p>„Natürlich!“</p>
<p>„Ach ja, nur aus Interesse, was machen Sie beruflich, sind Sie auch Wissenschaftler?“</p>
<p>„ Leider nicht, ich schreibe Reiseberichte. Vielleicht finde ich eine Gegend, die noch nicht beschrieben wurde.“</p>
<p>„Kann ich mir kaum vorstellen.“</p>
<p>Während Baldoni ins Auto stieg, gab Lätti Hologo einen zusammengefalteten Zettel.</p>
<p>„Ich habe Ihnen alles Wichtige aufgeschrieben.“</p>
<p>Lätti schaute Hologo durchdringend an.</p>
<p>„Auch wenn der Anlaß nicht sehr schön war, Ascona ist eine kleine, aber sehr schöne Stadt. Irgendwann und irgendwo trifft man sich immer.“</p>
<p>Hologo wartete, bis Baldoni und Lätti  weg waren. Dann betrat er das Haus. Er stieg über glimmende Reste von Holzbalken. Vor allem wollte er das Labor sehen, oder was davon übrig geblieben war. Es war eigentlich nichts mehr da. Langsam ging er durch das zerstörte Erdgeschoß und stieg dann über eine kleine Mauer in den hinteren Garten. Eigenartig, dachte er, die Platten in der Grasfläche sehen aus, als hätte man sie abgewaschen. Löschwasser konnte es nicht gewesen sein. Er folgte den Platten, die im Abstand von etwa 30 cm verlegt waren. Nach ungefähr 10m sah er hinter einem Gebüsch einen kleinen Holzverschlag. Die kleine Tür ließ sich kaum öffnen. Nach ein paar Versuchen konnte er die Tür aufreißen. Ein leicht süßliche Geruch der Verwesung breitete sich aus. Auf dem Boden lag eine tote Katze in einer eingetrockneten Blutlache. Sie war übel zugerichtet. Überall am Körper waren Bisswunden, der Hals war so zerbissen, daß der Kopf fast abgetrennt war. Die Augen lagen neben ihr auf dem Boden. Es sah aus, als ob sie der Katze herausgerissen wurden, während sie um ihr Leben kämpfte. Angewidert drehte sich Hologo um und ging hinaus. Dann sah er auf der Rückseite der Tür zwei dunkelrote Buchstaben, ein großes F und ein kleines u. Er rieb mit dem Zeigefinger über die Buchstaben. Es könnte eingetrocknetes Blut sein, vielleicht war es das Blut der Katze. Das kleine u war nicht ganz geschlossen und es war noch ein Abwärtsstrich zu sehen. Wer immer diese Buchstaben geschrieben hatte, er konnte das Wort nicht beenden.</p>
<p>Nachdenklich ging er zurück. Plötzlich hatte er das Gefühl, daß er beobachtet wurde. Er kannte dieses Gefühl, er konnte sich immer darauf verlassen. Ohne sich umzudrehen stieg er wieder über die kleine Mauer in das Haus .Was war hier passiert, was wusste der Professor, wer hatte die Katze so bestialisch umgebracht?</p>
<p>Hologo verließ das Haus. Er hatte immer noch dieses Gefühl, abrupt drehte er sich um, doch niemand war zu sehen. Dann hörte er einen schrillen Pfiff. Auf einem Mauervorsprung, der noch stand, saß eine riesige Ratte und sah auf ihn herab. Der lange nackte Schwanz bewegte sich langsam hin und her. Die stechenden roten Augen funkelten. Er erwiderte den Blick und starrte sie herausfordernd an. Plötzlich spuckte sie und zog die Lefzen hoch. Die nadelspitzen Zähne lagen frei. Drohend richtete sie sich auf, einige Sekunden lang. Wieder hörte er diesen schrillen Pfiff. Es musste noch eine Ratte in der Nähe sein. Die Spannung und die Bedrohung waren immer stärker zu spüren. Wo ist die andere, oder wo sind die anderen, überlegte er schnell. Automatisch reagierten sein Körper und sein Verstand. Er war trainiert darauf, Gefahren zu begegnen und zu bekämpfen. Die Fähigkeit, sich sofort auf eine neue Situation einzustellen, sie zu analysieren und entsprechende Strategien zu entwickeln, war die wichtigste Eigenschaft um zu überleben.</p>
<p>Ungeduldige Hupsignale des Taxifahrers lösten die aufgebaute Spannung. Hologo beobachtete weiterhin die Ratte und die Umgebung. Wieder ein Pfiff, nicht ganz so schrill,  die Ratte sprang von der Mauer herab und funkelte ihn an. Er hörte wieder dieses Pfeifen. Es musste ein Signal zum Rückzug gewesen ein, ging es ihm blitzartig durch den Kopf.</p>
<p>Tatsächlich, die Ratte drehte sich um und lief  aufreizend langsam in Richtung des Gartens. Dann sah er die anderen Ratten. Es mussten mindestens fünf sein. Sie kamen aus den umliegenden Büschen und folgten der großen Ratte.</p>
<p>Aber wer hat gepfiffen, überlegte er. Es war noch eine da, und diese musste die Oberratte, der Anführer sein.</p>
<p>Hologo ging zum Taxi zurück und stieg ein.</p>
<p>„Na endlich, hat aber lange gedauert. Wo soll ich Sie hinfahren?“</p>
<p>„Nach Ascona, suchen Sie mir ein Hotel!“</p>
<p>„ Also das Castello ist sehr schön, liegt direkt an der Uferpromenade. Ist aber nicht ganz billig.“</p>
<p>„Gut, fahren Sie mich dort hin.“</p>
<p>„Was ist denn da passiert?“</p>
<p>Hologo schilderte kurz die Ereignisse, ohne zu erwähnen, was er im Garten gesehen hatte.</p>
<p>„Das ging aber schnell.“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Die Untersuchung.“</p>
<p>Der Fahrer lehnte sich zurück und drehte leicht den Kopf  zu Hologo hin.</p>
<p>„In den letzten Wochen haben sich schon komische Unfälle ereignet.“</p>
<p>Hologo beugte sich gespannt vor.</p>
<p>„Was für Unfälle?“</p>
<p>„Also, vor allem im Valle Maggia. In Peccia wurde im Wald ein junges Mädchen aus dem Ort tot aufgefunden. Sie hatte am ganzen Körper Bisswunden, der Hals hatte so starke Wunden, daß der Kopf angeblich fast abgetrennt war. Die Leute sagen, daß es tollwütige Hunde waren.“</p>
<p>Hologo war wie elektrisiert, er ließ es sich nicht anmerken.</p>
<p>„Dann sind noch zwei junge Frauen und ein junger Mann verschwunden. Eine Frau ist wieder aufgetaucht, sie wurde völlig verstört in Cevio gefunden. Sie kann sich an nichts erinnern, die Ärzte sagen, sie hätte einen Schock, und die Heilung könne sehr lange dauern. So stand es in der Zeitung.“</p>
<p>Der Fahrer startete den Motor.</p>
<p>„Es gab auch merkwürdige Verkehrsunfälle.“</p>
<p>„Auch im Valle Maggia?“</p>
<p>„Ja, und auch hier in Ascona.“</p>
<p>Hologo glaubte nicht an Zufälle, er spürte, daß sich hier etwas Unheimliches entwickelte. Der Professor musste davon gewusst haben.</p>
<p>„Fahren Sie mich ins Hotel Castello!“</p>
<p>Sie fuhren, beide nachdenklich, nach Ascona hinunter.</p>
<p>Als sie um eine Kurve fuhren, richtete sich Hologo plötzlich auf.</p>
<p>„Fahren Sie langsamer!“</p>
<p>Da stand sie  auf einem kleinen Hügel neben der Straße. Es war die große Ratte. Sie fixierte das Auto, als ob sie sich die Autonummer einprägen wollte .</p>
<p>„Sehen Sie!“ Der Fahrer verlor fast die Kontrolle über den Wagen.</p>
<p>Wie in Zeitlupe kam hinter der Ratte noch eine größere hervor. Sie war fast so groß wie eine Katze.</p>
<p>Hologo war fasziniert. Das war die Oberratte, das war der Anführer.</p>
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