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	<title>Fantasy-Thriller von Nat Colder</title>
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	<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 08:34:58 +0000</pubDate>
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		<title>Rattenblut - Folge 28</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 00:18:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nat Colder</dc:creator>
		
		<category>Fantasy-Romane</category>

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„Oh Gott vergib mir, vielleicht ist es noch nicht zu spät.“ Sichtlich ergriffen bekreuzigte sich der Professor  und drückte die Hände von Hologo. „ Ich hatte schon gedacht, dass ich nicht ernst genug genommen werde. Aber wohin sollte ich mich denn sonst wenden. Wissenschaftlich gesehen, waren meine Forschungen utopisch und nach den [...]]]></description>
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<p>„Oh Gott vergib mir, vielleicht ist es noch nicht zu spät.“ Sichtlich ergriffen bekreuzigte sich der Professor  und drückte die Hände von Hologo. „ Ich hatte schon gedacht, dass ich nicht ernst genug genommen werde. Aber wohin sollte ich mich denn sonst wenden. Wissenschaftlich gesehen, waren meine Forschungen utopisch und nach den derzeitigen Erkenntnissen nicht rational nachvollziehbar. Als ich dann von dem parapsychologischen Institut in Freiburg gehört hatte, wusste ich, dass ich nur dort eventuell angehört werden würde. Ich versuchte nun bestimmte Ergebnisse zu verheimlichen und hinauszuzögern, doch sie kamen dahinter und brachten mich hierher nach Fusio. Sie töteten meinen Assistenten und  brachten ihn zusammen mit einem jungen Mann, den sie hier schrecklich zugerichtet hatten, in das Haus auf dem Monte Verita. Anschließend legten sie Feuer. Offiziell war ich nun tot. Hier wurde ich strengstens bewacht und hatte überhaupt keinen  Zugang zu Informationen, da ich weder Telefon, Radio und Fernseher benutzen durfte. Zeitungen gab es hier sowie nicht und reden konnte ich nur mit meinen Bewachern, mit der Gräfin oder mit Kurow und seinem Schlächter Pjotr. Ich konnte mir nicht mal das Leben nehmen, da ich Tag und Nacht bewacht wurde. Selbst auf der Toilette war immer jemand dabei. Sie brauchten mich noch, denn in meinen Aufzeichnungen habe ich falsche Zahlenwerte eingesetzt und bio-chemische Zusammensetzungen und Analysen vertauscht. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis Kurow die Fehler eingegrenzt hatte, und meine Experimente nachvollziehen konnte. Dann wäre ich überflüssig geworden. Man hätte mich auf die übelste Weise umgebracht, wahrscheinlich durch dieses Dreckschwein Pjotr. Ich konnte also nur hoffen, dass Steiger die Gefährlichkeit und die Bedrohung erkannt hatte, obwohl mein Anruf nur sehr kurz war, und ich keine langen Fragen beantworten konnte. Kommen Sie, gehen wir in das Labor. Ich erkläre Ihnen dort, wie das alles angefangen hatte.“</p>
<p>Hologo und Lätti folgten dem Professor, der es plötzlich sehr eilig hatte. „In 15 Minuten kommen zwei Pfleger und holen die zwei Männer ab, die gerade ihre Infusionen bekommen haben.  Sie werden dann in einem blutigen Ritual in die neue Gemeinschaft aufgenommen. Für dieses scheußliche Zeremoniell ist ein junges Mädchen verschleppt worden, das noch Jungfrau ist. Punkt ein Uhr wird es nackt auf die Bühne gebracht und dort mit dem Rücken auf einen Tisch, der die Form einen Kreuzes hat, festgebunden. Jeder der Anwesenden kann sich dann an ihr vergnügen. Aber zuerst müssen die neuen Mitglieder vor der ganzen Meute das Mädchen mit brutaler Gewalt deflorieren. Wenn dann das Blut der Entjungferung an den Schenkeln zu sehen ist, wird das Kreuz aufgerichtet, und alle können nun ihre lüsternen, blutrünstigen Triebe an ihr ausleben. Das ist der Blutrausch, der gleichzeitig als Opfer an Luzifer dient, auf den alle eingeschworen sind. So feiern sie das Böse und verherrlichen die Hölle. Mit dieser wollüstigen, grausamen Blasphemie will die Königin die Macht von Luzifer demonstrieren und den Triumph über das Christentum feiern. Erschüttert bekreuzigte sich der Professor wieder und schüttelte abgestumpft den Kopf.  „Oh Herr, es ist furchtbar, ich habe mich an Dir versündigt, verzeih mir. Ich war zu neugierig, ich habe mich aus falschem Ehrgeiz leiten lassen. Ich hätte es wissen müssen, doch ich war geblendet vom Erfolg dieser einmaligen Forschungsergebnisse und habe Gott gespielt.“</p>
<p>Abwesend und in sich gekehrt öffnete der Professor die Tür zum Labor. Hologo drängte sich an ihm vorbei und überprüfte schnell den Raum. Zwischen den Labortischen waren zwei Betten aufgestellt, in denen zwei Männer festgeschnallt waren. Die angeschlossenen Infusionsflaschen waren leer, und sie versuchten durch Bewegungen die Kanülen und die Schläuche abzustreifen.</p>
<p>„Das ist ja der Polizeichef von Lugano!“ Entsetzt zeigte Lätti auf einen der Männer, der hasserfüllt den Professor anstarrte.</p>
<p>„Normalerweise binde ich sie sofort los, wenn sie ihre Infusionen bekommen haben. Doch heute hatte ich das Gefühl, ich müsste damit warten. Und mein Gefühl hat mich nicht getäuscht.“ Dankbar sah der Professor Hologo und Lätti an.</p>
<p>„Professor, erzählen sie uns schnell in kurzen Worten, was sie herausgefunden haben, was passiert ist, und wie dies alles zusammenhängt.“ Ungeduldig unterbrach Hologo den Professor.</p>
<p>„Also, in Astrachan fing die ganze Sache an. Die Gräfin stammt aus einem alten Adelsgeschlecht, der Rakarin, das schon mehrere Jahrhunderte dort einen großen Landbesitz mit einem Schloss und einige Gutshäuser hatte. Nach der kommunistischen Revolution durch Lenin wurden sie nach und nach enteignet. Als Stalin dann seine Säuberungen durchführte, wurden ihr Mann und ihre Söhne mit vielen anderen erschossen. Die Ländereien und die Häuser wurden jetzt bis auf ein kleines Haus am Rande von Astrachen konfisziert. Das war das einzige, was der Gräfin geblieben war. Sie galt bei den Anwohnern als verarmt, und viele grinsten schadenfreudig, wenn sie durch die Straßen lief. Vor allem die neuen Funktionäre, deren Vorfahren noch auf den Landgütern der Rakarin gearbeitet hatten, spielten sich nun arrogant auf und demütigten sie, wenn sich eine Gelegenheit bot. Nur ihr Leibarzt, dessen Vorfahren schon in den Diensten der Rakarin standen, hielt zu ihr und betreute sie weiter. Dieser Arzt war Kurow. Eines Tages besuchte er mich. Die Gräfin hätte von meinen Experimenten gehört, und sie wollte mir etwas Außergewöhnliches zeigen. Ich war natürlich neugierig und besuchte sie. Sie holte ein altes verstaubtes Buch, in dem einige Seiten fehlten. Es war eines der wenigen Bücher der ursprünglich riesigen Bibliothek, das ihr geblieben war. Das Buch handelte von Rattenmenschen, Menschenratten und Transformationen. Es wurde im 18. Jarhundert von einem rumänischen Wissenschaftler verfasst. Er beschrieb Versuche mit Menschenblut und Rattenblut und behauptete, dass er Umwandlungen erfolgreich durchgeführt hätte. Die wichtigsten Ergebnisse waren wohl auf den fehlenden Seiten aufgezeichnet. Ich war skeptisch, denn ich hatte von solchen möglichen Verwandlungen noch nie etwas gehört. Die Gräfin bat mich zu warten und ging mit Kurow in ein anderes Zimmer, um sich zu beraten. Als sie zurückkam, schaute sie mich lange an. Dann bot sie mir eine große Summe, wenn ich diese Forschungen wieder aufnahm. Sie sagte, dass sie in die Schweiz nach Ascona ziehen wollte. Kurow würde später nachkommen und ein Sanatorium aufbauen. Ich sollte ein Haus mit einem Labor bekommen, das mit den modernsten Geräten eingerichtet werden sollte. Die Vorarbeiten müsste ich aber hier in Astrachan durchführen. Den Zeitpunkt für die Auswanderung nach Ascona würde sie bestimmen. Ihre Familie hätte nach den ersten Enteignungen größere Summen von Geld in Ascona und Locarno deponiert, so dass finanziell keine Probleme entstehen würden. Es war ein tolles Angebot, und die pekuniäre Unabhängigkeit war absolut verlockend. Ich sagte zu, ohne darüber nachzudenken, warum die Gräfin nicht schon früher die Stadt verlassen hatte und hier in ärmlichen Verhältnissen lebte. Bevor ich mir Gedanken über das Labor machen konnte,  kam Kurow mit einer Tasche herein und hielt mir eine Literflasche mit Blut entgegen. In der Tasche waren zwei männliche Ratten und das Blut sollte von Kurow sein. Der Gräfin musste ich versprechen, dass niemand etwas von meinen Experimenten und von dem Vermögen in der Schweiz erfahren würde. Mein Ansprechpartner war Kurow, der sich regelmäßig nach meinen Ergebnissen erkundigen wollte. Auch wenn ich irgendetwas benötigen sollte, war Kurow zuständig. Sie gab mir einen Umschlag mit Rubeln und entließ mich. Meine Versuche waren am Anfang recht erfolglos. Ich wusste auch nicht so genau, wo ich ansetzen sollte. Dann half mir der Zufall. Eines Tages fiel mir eine Flasche Wodka auf den Boden und zerbrach. Das ganze Zimmer stank nach Schnaps. Außerdem liefen die Ratten gerade frei herum und leckten die Flüssigkeit auf. Nach einigen Minuten torkelten sie und blieben liegen. Ich nahm beiden Blut ab, weil ich an ihrem Promillewert interessiert war. Als ich das Blut später untersuchte, machte ich eine Entdeckung, die mich auf die richtige Spur brachte. Das Rattenblut hatte eine dreifache Erhöhung des Sexualhormons Testosteron. Genau dasselbe passiert bei einem Mann, wenn er Alkohol trinkt. Die Blutstruktur muss bei Mensch und Ratte dem zu Folge ähnlich sein. Der Schlüssel liegt also in den Hormonen, da sie alle Körperfunktionen beeinflussen. Nun extrahierte ich, filterte, untersuchte verschiedene Zusammensetzungen von Menschen- und von Rattenblut usw.  Mein damaliger Assistent war mein Versuchskaninchen. Ich will sie mit den Einzelheiten nicht langweilen. Eines Tages mischte ich das Blut, das Kurow regelmäßig vorbeibrachte, mit einer meiner hergestellten Hormonessenzen und spritzte es meinem Assistenten. Nach ein paar Tagen setzte eine Veränderung ein. Er wurde blasser und sein Körper nahm eine flaschenähnliche Gestalt an. Um sicher zu gehen nahm ich mein eigenes Blut, behandelte es auf die gleiche Weise und verabreichte es meiner Haushälterin. Doch nichts geschah. Dieses Blut von Kurow enthielt also die Stoffe, die zusammen mit meinem Extrakt diese Umwandlung herbeiführte. Und ich war mir sicher, es war nicht sein eigenes Blut. Aber wessen dann? Ich rief Kurow an und teilte ihm meine Ergebnisse mit. Er war ziemlich aufgeregt und bestellte mich zu der Gräfin. Kurow ließ mich herein und sagte nur lapidar, dass die Gräfin schon abgereist sei, und er mich nun einweihen könnte. Er öffnete ein Zimmer und eine riesige Ratte kam heraus und blieb vor mir stehen. Ihre kalten, stechenden Augen fixierten mich auf eine Art, dass ich wie gelähmt dastand. Dann drehte sie sich um und lief in das Zimmer zurück. Begeistert blickte Kurow ihr nach und jubelte.</p>
<p>„Das ist die Königin einer sehr seltenen Spezies von Ratten. Es ist eine auserwählte Rasse,  und wir wollen sie in ihrer speziellen Art erhalten. Es war ihr Blut, mit dem Sie gearbeitet haben.“</p>
<p>Dann erzählte er noch etwas über das Aussterben von seltenen Tieren und, dass man dafür etwas tun müsse usw. Ich habe ihm geglaubt, weil ich es glauben wollte. Mein wissenschaftlicher Ehrgeiz verdrängte alle Vorbehalte. Ich dachte nur noch an die möglichen Transformationen und an den internationalen Ruhm. Um es kurz zu machen, ich und Kurow verließen in verschiedenen zeitlichen Abständen Astrachan. Die Gräfin legte Wert darauf, dass unsere Herkunft und unsere enge Verbindung in der Öffentlichkeit nicht bekannt werden sollten. Ich experimentierte auf dem Monte Verita relativ abgeschottet von den Einwohnern von Ascona. Als ich dann die vollkommene Zusammensetzung der Mixtur für Mensch und Ratte gefunden hatte, ließen sie ihre Maske fallen, und ich merkte viel zu spät, was sie eigentlich vorhatten, und was für eine Dimension der Bedrohung sich entwickelte. Auch wurde mir jetzt klar, warum die Gräfin so lange in Astrachan geblieben war. Sie hatte die ganze Zeit diese Königin und noch andere Ratten versteckt. Nun wartete sie auf jemanden, der diese Experimente, die in dem Buch unvollkommen beschrieben waren, erfolgreich nachvollziehen konnte. Und da hörte sie von meinen Forschungen.</p>
<p>Verbittert sah der Professor Hologo an. „Sie hatten alles glänzend organisiert. Heimlich brachten sie die Ratten nach Ascona. Wahrscheinlich durch die Russen, die mehrmals nach Astrachan reisten. Diese Ratten vertrieben die normalen Hausratten in Ascona und übernahmen die Macht im Untergrund. Als dann diese Transformationen auch bei diesen Tieren begannen und ihre Grausamkeiten und Fressgier immer größer wurden, sah ich erst, was ich angerichtet hatte. Schließlich rief ich in Freiburg an.“</p>
<p>„Da sind sie!“ Erschrocken schrie der Professor auf und versuchte schützend vor Hologo zu treten.</p>
<p><a title="Rattenblut Folge 29" href="/index.php?page_id=38">Rattenblut Folge 29</a>
</p>
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